Drifte ab in neue Sphären - jeden Dienstag für 5 Franken

Durch das Kino kann man in verschiedenste Realitäten eintauchen: in ausgefallene, außerordentliche oder einfach andersartige. Und wenn sich die Filme erst noch am Drogenrausch inspirieren, ist dieser Effekt besonders faszinierend!

Die Filmstelle präsentiert dieses Semester einen Zyklus, der die veränderten Bewusstseinszustände erkundet. Speed, Heroin, LSD, Ecstasy und weitere Substanzen sind die Hauptdarsteller dieses dreimonatigen, filmischen Trips. Dabei legen wir den Fokus auf die verschiedensten Facetten dieser Stoffe und ihrer Konsumenten. Die Filme führen uns in künstliche Paradiese und reale Höllen, die vom Gebrauch und Missbrauch der Betäubungsmittel geschaffen wurden. Sie lassen uns an den unglaublichsten Glücksgefühlen teilhaben, zeigen uns aber auch den zerschmetternden Horror, den der Konsum mit sich bringen kann.

Einige ausgewählte Filme charakterisieren sich durch eine filmische Sprache, welche versucht, die veränderte Wahrnehmung visuell darzustellen. Schnelle Schnittfolgen wie in Spun und abgedrehte Halluzinationen wie bei Fear and Loathing in Las Vegas vermitteln dem Zuschauer auf direktem Weg die Empfindungen der berauschten Protagonisten. In A Scanner Darkly wurde zu diesem Zweck sogar ein ganzer Film im Nachhinein ästhetisch verfremdet.

Andere sind Meisterwerke des amerikanischen Kinos, die uns dank ihrer ergreifenden Dramaturgie auch nach dem letzten Bild nicht mehr loslassen. So bringen Requiem for a Dream und Drugstore Cowboy den Zuschauer sicher auch noch lange nach der Vorstellung ins Grübeln.

Ein Beispiel des psychedelischen Kinos der sechziger Jahre ist der Animationsfilm Yellow Submarine mit den Beatles als Protagonisten und stellt ein weiteres visuelles Spektakel in unserem Zyklus dar. Die musikalisch-euphorische Komponente findet hier ebenfalls ihren Platz. Im Dokumentarfilm Hippie Masala reisen wir in das mystische Indien, um dort die wohl letzten überlebenden Hippies der ersten Generation zu treffen.

Mit einem abstrusen Mass an schwarzem Humor erzählen uns die Tragikomödien Trainspotting und Human Traffic vom drogenbeeinflussten Leben urbaner Jugendlicher im tristen Großbritannien der neunziger Jahre.

Schliesslich darf in unserer Auswahl eine Kifferkomödie natürlich nicht fehlen. Zu diesem Zweck haben wir den deutschen Film Lammbock mit dem brillanten Moritz Bleibtreu gewählt.

Wir wünschen einen guten Rausch!

 

Perla Ciommi – Programmationsleiterin

Kilian Lilienfeld – Initiant DRUGGED UP REALITY