Zurich Film Festival: Der Internationale Spielfilmwettbewerb
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von Berke Topacogullari und Laura Frischke Das 5. Zurich Film Festival ist inzwischen vorbei, und während gewisse unselige Ereignisse am Rande wohl die meiste Aufmerksamkeit bekamen, gab es ja immer noch eine Menge Filme zu sehen. Ob humorvolles oder ernstes, aufrüttelndes oder eher einschläferndes, von allem war dabei etwas vorhanden. Aus dem Internationalen Spielfilmwettbewerb haben wir hier eine Auswahl unserer Höhe- und Tiefpunkte zusammengestellt.
Amerrika / Amreeka Der diesjährige Gewinner des Variety New Talent Awards heisst Amreeka, und das Sozialdrama verdient diese Auszeichnung des Festivals zu Recht. Mutig und offen zeichnet die Regisseurin Cherien Dabis in ihrem Erstlingswerk das Bild einer palästinensischen Frau, die mit ihrem Sohn in die USA auswandert und sich dort durchzuschlagen versucht. Vor dem Hintergrund des Kriegsausbruchs im Irak werden die beiden in der kleinbürgerlichen Vorstadt mit harten Vorurteilen konfrontiert, finden aber auch an unerwarteten Orten neue Freundschaften. Nach den sich ständig verflechtenden Problemen scheint der abrupte Schluss etwas gar unrealistisch in Richtung Happy End gedrängt, ansonsten ist Amreeka aber rundum gelungen und lässt auf weitere Filme dieser Art hoffen. Kinostart: 10.12.2009 (Romandie: 07.10.2009)
Auch im israelischen Wettbewerbsbeitrag Lost Islands steht die Familienthematik im Zentrum. Der Film kreist um das Leben zweier Zwillingsbrüder, deren enges Verhältnis durch die Liebe zum gleichen Mädchen und rivalisierende Berufswünsche zu zerbrechen droht. Erez, der eine Bruder, trägt zudem ein erdrückendes Geheimnis mit sich herum: Er trägt möglicherweise die Mitschuld an einem schweren Unfall seines Vaters. Der Film von Reshef Levy fasziniert mit einer Mischung aus berührenden und komischen Momenten, wenngleich die Umschiffung einiger Klischees nicht immer ganz gelingt. Kinostart: unbekannt
In einer durchzechten Nacht kommen die ehemaligen College-Kumpanen Ben und Andrew auf die Idee, im Sinne eines „Kunstprojekts“ gemeinsam einen Porno zu drehen. Dabei stellen sich einige Stolpersteine in den Weg, denn Bens Frau ist ganz und gar nicht begeistert und auch bei der technischen Durchführung tauchen Probleme auf. Die US-Independent-Komödie Humpday ist nicht ganz so oberflächlich, wie diese Beschreibung vielleicht glauben lässt: Hinter der schwachen Story verbirgt sich eine tiefsinnige Suche nach Glück und persönlicher Identität, die aber ziemlich unglaubwürdig erscheint. Immerhin glänzt der am diesjährigen Sundance Festival ausgezeichnete Film mit etlichen lustigen Dialogen und viel Situationskomik und bietet so doch einiges an Unterhaltung. Kinostart: 28.01.2010 (Romandie: 28.10.2009)
Deutlich ernster geht es in diesem Film zu, der am Zurich Film Festival seine Weltpremiere erleben durfte. Lucas Fedora, der als Kind von einer australischen Familie adoptiert wurde, versucht darin in Korea seine leiblichen Eltern zu finden. Gleichzeitig wird die Geschichte einer hochschwangeren Frau erzählt, die vor einer Abtreibung geflohen ist und nun in der Stadt herumirrt ohne zu wissen was sie mit dem zukünfigen Neugeborenen machen soll. Kinostart: unbekannt
Auch in diesem Film stehen wichtige Themen im Vordergrund: Zum einen geht es um Sayra, die ihrem Leben in Honduras entfliehen will und zusammen mit ihrem Vater und ihrem Onkel versucht illegal in die USA einzureisen. Zum anderen geht es um Casper, der in Mexiko lebt und in einer Gang eine gewisse Geborgenheit gefunden hat. Das Leben ändert sich für alle entscheidend, als sich die beiden Schicksale kreuzen. Kinostart: 25.03.2010 (Romandie: 18.11.2009)
Düster, sehr düster geht es in dem Film zu, der den Internationalen Spielfilmwettbewerb gewonnen hat. Eine gestörte Mutter-Tochter-Beziehung steht im Mittelpunkt; mit einer Mutter, die vor allem an ihr eigenes Leben denkt, und mit einer Tochter, die trotzdem immer wieder versucht ihre Zuneigung zu gewinnen. Kinostart: unbekannt
Der Film ist nach der Protagonistin benannt, die aus ihrem Dorf in den Karpaten flüchten muss, als ihr Mann erfährt, dass der Sohn Orbán ein Kuckuckskind ist und eigentlich aus einer Vergewaltigung entstammt. Daraufhin entschliesst sie sich, ihren Peiniger zu finden und sich zu rächen. Doch so einfach, wie sie sich das vorstellt, wird die Rache am Ende nicht. Kinostart: unbekannt
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Lost Islands / Lim Avudim
Humpday
A Blind River / Gui Hyang
Without Name / Sin Nombre
Wolfy / Volchok
Katalin Varga

