MADEMOISELLE CHAMBON
Regie: Stéphane Brizé
Drechbuch: Stéphane Brizé und Florence Vignon
Nach dem Roman von Eric Holder
Kamera: Antoine Héberlé
Darsteller: Vincent Lindon (Jean), Sandrine Kiberlain (Véronique Chambon), Aure Atika (Anne Marie), Jean-Marc Thibault (Vater), Arthur le Houérou (Jérémy) ua./span>
Kinostart: 12. August
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Wie das Leben so spielt |
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Stéphan Brizé, der bereits mit seinem Film Je ne suis pas là pour être aimé gezeigt hat, dass auch in den alltäglichen Geschichten ein grosses Potential liegt, hat mit Mademoiselle Chambon erneut einen unaufgeregten Film geschaffen, der durch seine subtile Charakterzeichnung, ein geschicktes Drehbuch und kluge Dialoge überzeugt. Es ist eine alltägliche Geschichte, die hier erzählt wird, und gerade darin, dass die Geschichte aus dem Leben gegriffen ist und man sich mit den Figuren identifizieren kann, liegt die Stärke dieses Films. Die unaufgeregte Inszenierung ermöglicht es dem Zuschauer genau zu beobachten und Anteil zu nehmen. Die langen Einstellungen, die unauffällige Montage und die Stille lassen einen die Poesie in den einfachen Bildern finden. Die klug ausgearbeiteten Dialoge leben von dem was zwischen den Zeilen gelesen wird, von dem, was nicht ausgesprochen wird, sich aber in den Gesichtern, den Handlungen und den Blicken der Charaktere unweigerlich zeigt. Den Schauspielern gelingt es diese subtil gezeichneten Figuren präzise und überzeugend zu verkörpern. Dass Sandrine Kiberlain (Véronique) in Wirklichkeit Vincent Léos (Jean) Exfrau ist, mag angesichts der Zärtlichkeit und der Sehnsucht, die in jeder kleinsten Bewegung und Geste Kiberlains liegt, um so mehr erstaunen. Im Klang der Violine – die einzige Musik in diesem Film – schwingt immer etwas Sehnsuchtsvolles mit. Man glaubt ein Lechzen zu erkennen, ein Lechzen nach dem unerfüllten Glück, nach dem was hätte sein können. Und der subtile Unterton lässt einen von Anfang an erahnen, dass diese zarte Liebe eine unerfüllte bleiben wird - wie das Leben so spielt.
Anja Schulthess
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